AIDS in Afrika

In Afrika hemmen patriarchale Traditionen den Kampf gegen AIDS

Die falsche Zielgruppe

Südlich der Sahara breitet sich Aids in einem Tempo aus wie keine Seuche zuvor. 60 Prozent aller HIV-Infizierten leben in Afrika, das sind 25,4 Millionen Menschen. Allein in diesem Jahr haben sich über 3 Millionen Afrikaner neu infiziert. Vor allem aber: Junge Afrikanerinnen zwischen 15 und 24 Jahren. Beinahe jede siebte junge Frau südlich der Sahara ist heute HIV-positiv. Bei Männern liegt die Infektionsrate deutlich niedriger.

Prostitution ist jedoch, anders als die geplanten Aktionsprogramme der WHO suggerieren, nicht der Hauptgrund. Die Ausbreitung von Aids hat vielmehr mit den Machtverhältnissen zwischen Männern und Frauen zu tun.

Beispiel Südafrika: Es gilt unter HIV-infizierten erwachsenen Männern als Tatsache, dass der Geschlechtsverkehr mit einer Jungfrau sie von ihrer Krankheit heilt. Die Vergewaltigung junger Mädchen nimmt deshalb seit Jahren dramatisch zu.

Quer über den Kontinent müssen Witwen die Brüder ihrer verstorbenen Ehemänner ehelichen. Das verlangt “die Tradition”. Kleine Mädchen werden mit sexuell erfahrenen Männern verheiratet. Genital beschnittene Frauen – es sind geschätzte 120 Millionen – neigen durch Narben und Fisteln zu Blutungen beim Geschlechtsverkehr. Bis heute gibt es keine Untersuchungen, wie viel höher dadurch die Infektionsgefahr mit Aids ist.

Männliche Potenz- und Machtvorstellungen stehen jeder Art von Aids-Prävention im Weg. Je mehr Frauen ein Mann “hat”, desto höher ist sein Status: Ob in Form von Polygamie, als älterer Sugar-Daddy oder schlicht als Vergewaltiger. So mag Aufklärung in den Schulen ein wichtiger Aspekt im Kampf gegen Aids sein. Auch die von der WHO jetzt angekündigte Zusammenarbeit mit Prostituierten des südlichen Afrikas ist lobenswert. Die eigentliche Zielgruppe wird damit allerdings nicht erreicht.

Solange Männer nicht gezwungen werden, ihre Rollen und ihren gesellschaftlichen Status gegenüber Frauen neu zu definieren, so lange wird sich auch die Aids-Epidemie weiter ausbreiten. Vor allem bei denjenigen, die am wenigsten zu sagen haben: bei Frauen und Kindern.

Von: Kerstin Kilanowski; die Autorin hat lange als Journalistin aus Afrika berichtet. Quelle: taz Nr. 7528 vom 1.12.2004

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Neue Forschungsergebnisse

Europäer stammen von wenigen Afrikanern ab

Edinburgh (rpo). Neues aus der menschlichen Entwicklung: Die Europäer stammen offenbar von einigen wenigen Afrikanern ab. Diese Gruppe hat vor rund 25.000 Jahren ihre Heimat verlassen. Die Gemeinschaft soll sogar nur aus wenigen hundert Menschen bestanden haben.

Die Forschungsgruppe des Menschlichen Genomprojekts (HUGO) stellte während einer Konferenz in Schottland ihre Ergebnisse vor, die erstmals Schätzungen ermöglichen, wie viele Menschen Europa begründeten. Die Wissenschaftler widersprachen damit auch anderen Theorien, wonach sich der Mensch gleichzeitig in Afrika, Europa und Asien entwickelte.

Die Forscher verglichen in einer Studie unter der Leitung des britischen HUGO-Wissenschatlers Eric Lander etwa 300 Chromosomen von Menschen in Schweden, Mitteleuropa und Nigeria. Die Unterschiede der genetischen Muster zwischen den europäischen und afrikanischen Chromosomen zeigten dann, vor wie langer Zeit Europäer Afrika verließen und wie viele Menschen es etwa gewesen sein müssen. Danach stammten die Europäer von weniger Vorfahren ab als die Afrikaner; Lander sprach von einem evolutionären Flaschenhals. “Es sind hunderte, nicht tausende”, sagte er.

Die nigerianischen Chromosomen waren gut gemischt, was auf einen großen Genpool und lange Entwicklungsgeschichte deutet. Die europäischen Chromosomen zeigten dagegen lange Strecken von nicht gemischtem genetischem Material, ein Hinweis darauf, dass sehr viel weniger Chromosomenarten beteiligt waren. “Die Beweise sind überwältigend, dass die heutigen Europäer von einer sehr kleinen Gruppe abstammen, die eine Weile klein blieb und sich dann ausdehnte”, sagte Eddy Rubin von der Universität von Kalifornien in Berkeley.

“Es ist erstaunlich, dass die menschlichen Chromosomen als Geschichtsbuch gelesen werden können”, erklärte Lander. Man werde sagen können, in welcher Beziehung Bevölkerungen zueinander stünden, wann die ersten Menschen dort eingetroffen und wie viele es gewesen seien. Zurzeit lebten sechs Milliarden Menschen auf der Erde, diese wiesen aber die genetische Vielfalt einer Population von nur einigen Zehntausend Personen auf, sagte Lander. “Wir sind eigentlich eine winzige Spezies, die in einem Augenzwinkern enorm angewachsen ist.”

Quelle: Rheinische Post, Düsseldorf

Anmerkungen zur Afrikanischen Kultur

Unter Kultur verstehen wir hier die ungeschriebenen Werte, die die Verhaltensmuster in einem Volk bestimmen. Dasselbe Verhalten kann in verschiedenen Ländern unterschiedliche Bedeutung haben. Zum Beispiel: In Deutschland gehört es zur guten Sitte, den Teller leerzuessen. Es ist ein Zeichen, dass es einem gut geschmeckt hat. In England hingegen bedeutet das gleiche Verhalten, dass das Essen zu knapp bemessen war. Man lässt deshalb gerne einen Rest auf dem Teller liegen, um zu zeigen, dass man mehr als genug hatte.

Schwarz ist eine besondere Farbe

Wenn wir von Afrika sprechen, sprechen wir meist vom Schwarzen Kontinent. Schwarz ist ja eine besondere Farbe, mit der wir eigentlich immer nur Negatives verbinden:

  • Schwarzmarkt
  • Schwarzes Schaaf
  • Wir sehen schwarz
  • Farbe der Trauer

Afrika der Katastrophenkontinent

Einige Fakten:

  • Es gibt in Afrika mehr HIV-Infizierte als in anderen Teilen der Welt, etwa 25 Mio.
  • In Kenya sterben pro Tag 700 Menschen an Aids-bedingten Krankheiten, 15 % der erwachsenen Bevölkerung in Kenya ist HIV-positiv.
  • 17 von 19 jungen Kenianern würden morgen nach Amerika oder Europa auswandern, wenn sie die Gelegenheit dazu hätten.
  • Jeder 5. Afrikaner ist direkt oder indirekt von den Folgen verschiedener Kriege in Afrika betroffen, z.B. Elfenbeinküste, Liberia, Äthiopien, Rwanda, Kongo.

Aber es gibt auch deutliche Zeichen der Hoffnung in Afrika, die unter dem Stichwort “Afrikanische Renaissance” zusammengefasst werden können. Diese Anzeichen von Wiedergeburt erleben wir zur Zeit hautnah hier in Kenya, wo das korrupte Regime von Arap Moi nach 24 Jahren durch friedliche und demokratische Wahlen abgelöst wurde. Wenn in Kürze die neue Verfassung in Kraft treten wird, dann wird Kenya eine der modernsten und demokratischsten Verfassungen der Welt haben. Das ist ein Grund zur Hoffnung, was man schon jetzt in der Bevölkerung spüren kann.

Wiege der Menschheit

Vergessen wir nicht, daß Afrika, der zweitgrößte Kontinent der Welt, die Wiege der Menschheit ist. Gar nicht weit von hier auf der Rusinga Insel im Viktoriasee hat man 1931die ältesten Funde menschlichen Lebens [Proconsul] gefunden, in einer Erdschicht, die etwa 24 Mio Jahre alt ist. Ähnliche Funde hat man auch im Olduvai Tal in Tanzania gemacht.

Ein Paradox der Geschichte ist aber, daß Afrika einerseits der Kontinent ist, wo menschliches Leben zuerst entstand, andererseits ist es der Kontinent mit der niedrigsten Lebenserwartung, was kein Wunder ist, wenn man bedenkt, daß Afrika 4 x soviel an Zinsen für erhaltene Darlehen zahlt, als es für die Gesundheit seiner Menschen aufbringt.. Ali Mazrui, ein kenianischer Soziologe: “Africa was the first habitat of man, but the last to become habitable”.

2000 Sprachen in Afrika

Der beste Zugang, um ein Volk, eine Kultur, zu verstehen, ist von der Sprache her, denn die Sprache ist ja nicht nur ein Kommunikationsmittel, sondern sie verrät uns etwas vom Denken der Menschen.

Beispiel: In Sambia in der Sprache Cibemba ist ein häufiger Gruß “Mwalileni” d.h. “hast du heute schon etwas gegessen?” Die Antwort ist immer: “Tafimonika” d.h. “ich habe heute noch nichts gesehen” selbst wenn das nicht der Tatsache entspricht. Diese Begrüßung sagt aber sehr viel über die Essgewohnheiten der Leute in Sambia.

In Afrika gibt es etwa 2000 Sprachen: Swaheli, Yoruba, Shona, Bambara, Cibemba, Afrikans, um nur einige zu nennen. Das sind keine Dialekte, sondern selbständige Sprachen, die die Denkweise und das Weltbild der Menschen oft in Legenden und Sprichwörtern reflektieren.

Afrika ist der Kontinent mit den meisten Sprachen. Nigeria ist widerum das Land mit den meisten Sprachen: 520. Kamerun: 250. Hier in Kenya, wo Swaheli die Nationalsprache und Englisch die offizielle Sprache ist, gibt es zwei große Sprachgruppen:

Bantusprachen: Swaheli, Kikuyu, Akamba, u.a.
Nilotische Sprachen: Maasai, Turkana, Luo, u.a.
Jede dieser Sprachen hat auch ihre eigenen kulturellen Werte.

Es gibt praktisch kein Land in Afrika, in dem nur eine Sprache gesprochen wird. Während Namibia zum Beispiel das Englische – von einer verschwindend kleinen Minderheit gesprochen und beherrscht – zur Nationalsprache erhob, und damit dem alten Modell des sprachlich einheitlichen Nationalstaats huldigte, obwohl die große Mehrheit der Bevölkerung etwa ein Dutzend einheimischer Sprachen plus Afrikaans und Deutsch spricht, hat Südafrika das modernere Modell eines multikulturellen und vielsprachigen Staates akzeptiert. Auch wenn das Englische de facto oft lingua franca ist, sind alle elf einheimischen Sprachen gleichberechtigt, und sogar die sogenannten “heritage languages”, Sprachen größerer Einwanderungsgruppen und kulturell bedeutsame Sprachen wie hebräisch und arabisch, portugiesisch und deutsch unter dem besonderen Schutz des neuen Grundgesetzes.

Muttersprache

Nun sprechen wir ja nicht umsonst von der Muttersprache. Warum wohl? Weil in allen Gesellschaften die Mütter die Treuhänder der einheimischen Sprachen sind. Von Generation zu Generation reichen die Mütter die Muttersprache weiter. Das bringt mich zu meinem nächsten Thema.

Die Rolle der Frau in Afrika

In den meisten Kulturen südlich der Sahara wird den Frauen eine dreifache Rolle als Hüterin zugeschrieben: als Hüterin von Feuer, Wasser und Erde.

  • Als Hüterin des Feuers hat die afrikanische Frau die Aufgabe, für die auf dem Land wichtigste häusliche Energiequelle zu sorgen: das Brennholz.
  • Als Hüterin des Wassers sorgt sie dafür, dass stets genug Wasser für die Familie im Haus ist. Nur 10% der Weltbevölkerung haben fließendes Wasser.
  • Die Rolle der Frau als Hüterin der Erde bezieht sich auf ihre doppelte Fruchtbarkeit:
    Die Fruchtbarkeit des Leibes, die Frau als Mutter.
    Die Fruchtbarkeit des Bodens, durch die Frau, die den Acker bestellt.

Welche Aufgabe haben die Männer?

Sie sind für die größeren Haustiere wie Kühe und Kamele zuständig. Die Männer fällen die Bäume, gehen auf die Jagd, arbeiten als Tagelöhner in der Stadt oder im Bergwerk.

In den Städten hat sich natürlich die traditionelle Arbeitsverteilung verändert. Hier sind die Frauen oft selbstbewusster und halten sich weniger an die traditionellen Vorschriften. Deshalb wollen viele Männer auch lieber eine Frau vom Dorf heiraten…

Afrikanische Religiosität

Der kenianische Religionsphilosoph Mbiti: Afrikaner sind notorisch religiös. Neuesten Schätzungen zu Folge:

  • 400 Mio Christen
  • 340 Mio Moslems
  • 75 Mio Anhänger afrikanischer traditioneller Religionen.

Diese traditionelle Religionen werden auch Stammesreligionen genannt, weil sie eng mit den Sitten und Gebräuchen der verschiedenen Stämme zusammenhängen. Diese Religionen sind fest verwurzelt in Sprache und Brauchtum des Stammes. Wenn Afrikaner zum Christentum konvertieren, dann ist es oft der Fall, dass sie in Krisensituationen den alten Gebräuchen der traditionellen Religion folgen. Es gibt in der Regel keine Begründer der afrikanischen Religionen. Sie entwickelten sich über Jahrhunderte, vor allem durch die Beobachtung der Natur und des alltäglichen Lebens.

Diese Religionen haben auch keine heiligen Schriften wie die Bibel oder den Koran. Die traditionellen Religionen sind ins Leben der Menschen einge-schrieben. Afrikaner leben ihre Religion in allen Lebenslagen: auf Reisen, beim bebauen der Felder, beim Jagen oder Fischen, bei der Partnersuche und vor allem im Krankheitsfall. Alles hat für ihn eine religiöse Bedeutung, auch wenn man z.B. akzeptiert, dass ein Kind an Malaria stirbt.

Afrikanische Christen leben oft in einem Dilemma, das sich darin manifestiert, dass sie in bestimmten Lebenssituationen Zuflucht und Hilfe in den traditionellen religiösen Bräuchen suchen, die ja Teil ihres kulturellen Erbes sind.

Beispiel: In Nigeria wird ein christlicher Businessmann, der zu den Yoruba gehört, sein neues Autos zunächst auf traditionelle Weise versichern. Er wird Ogun, dem Gott des Eisens, ein Opfer darbringen, um sein neues Auto unter dessen Schutz zu stellen. Dann bringt er das Auto zu seiner Kirche, wo er es auch vom Priester segnen lässt. Missionare haben darin in der Vergangenheit meist einen Mangel an Glauben gesehen. Ähnlich hat man früher die Ahnenverehrung, die das Herzstück der afrikanischen traditionellen Religionen ist, als Aberglaube verurteilt. Heute bemüht man sich, wesentliche Elemente der Ahnenverehrung in Ländern wie Burkina Faso oder im Kongo, in den christlichen Glauben zu integrieren. Man spricht in diesem Zusammenhang von Inkulturation, d.h. man versucht, den christlichen Glauben in Afrika heimisch zu machen, indem man die kulturellen Werte der verschiedenen Stämme ernst nimmt.

Und so wird auch der schwarze Abiturient, bevor er sein Studium an der Universität beginnt, “nach Hause” in die Transkei fahren, um dort “den Ahnen vorgestellt” zu werden und die traditionellen Mannbarkeitsriten und die Beschneidung über sich ergehen lassen, bevor er er sich an das Studium der Nuklearphysik macht; wie ja auch der deutsche Abiturient sich meist nicht von Weihnachtsbaum, Konfirmation oder Erstkommunion vollkommen gelöst hat. Die traditionelle vor allem sakrale Kultur füllt so eine Lücke in der globalen Kultur und der tradtionelle Heiler ist bei Krankheiten ebenso gefragt wie das mit modernsten Instrumenten ausgestattete Zentralkrankenhaus.

Kultur und Globalisierung

Die durch die modernen Kommunikationsmittel begünstigte Globalisierung macht auch vor Afrika nicht Halt und bedroht dessen kulturelle Vielfalt. Aber wozu brauchen wir eigentlich Kultur? Unsere Kultur verleiht uns Identität, sie sagt uns, wer wir sind. Sie gibt uns Anweisungen zum richtigen Handeln. Dabei sind nicht alle kulturellen Praktiken positiv zu sehen. Es gibt kulturbedingte Praktiken, z.B. die Beschneidung von Frauen, die lebensfeindlich sind, und deshalb keine Unterstützung verdienen.

So wie ein Baum ohne Wurzeln nicht wachsen kann, so brauchen auch wir kulturelle Wurzeln, um unser Leben sinnvoll zu gestalten. Wenn aber selbst Europa sich von der amerikanischen Kulturhoheit bedroht fühlt und den ungeheuren Resourcen zur Produktion und Verbreitung dieser “globalen” Kultur nichts gleiches entgegensetzen kann, dann ist es nicht verwunderlich, daß die Länder Afrikas, und besonders Ostafrikas, der kulturellen Weltherrschaft kaum etwas entgegenzusetzen haben. Kulturen beginnen in den Schlaglöchern des Information High Ways und des globalen Informations- und Unterhaltungsnetzs zu verschwinden. Um dieser Verarmung vorzubeugen, müssen sich Afrikaner ihrer kulturellen Werte wieder neu bewusst werden und ihren lebensstiftenden Sinn erkennen. Ich denke hier vor allem an die afrikanische Kultur der Mitmenschlichkeit, “Ubuntu” die vor allem den Schwächeren der Gesellschaft einen gewissen Schutz verleiht.

P. Dr. Fritz Stenger, M.Afr., Nairobi

African Philosophy II

Bantu Philosophy

In this article I like to speak about the beginning of African philosophy. There always existed of course philosophical thoughts and ideas within the many African cultures. Just think about the many sayings and proverbs, which exist in all African languages. They often express the collective wisdom of a people or language group. All Swahili speakers know for example the saying: “Polepole, ndio mwendo”. Literally translated it means: “Slowly is indeed movement”. At first, this seems to be a contradiction, but it expresses the experience that things done too hastily may be counter-productive. Another example: The Babemba in Zambia say: “Kwapa takucila kubea”. The armpit is never above the shoulder. It means that a son or daughter, though they may be fully grown, can never admonish their father. Children must never be above their parents. It also means that one must never try to live above one’s means.

Although these proverbs express deep wisdom, we would not yet call it a philosophy, because philosophy is not just a collection of proverbs and wise sayings, but it is a system of thought that is written down. Let us then turn to the beginning of professional African philosophy.

Father Placide Tempels

Fr. Tempels, a Belgian missionary, who worked in the 1930s among the Baluba people in the Belgian Congo, wrote a book called “Bantu philosophy” His main intention was to prove to Europeans, that the Africans, among whom he worked, were thinking in a logical way, a fact that until then was not generally accepted. He wrote in “Bantu Philosophy” first published in his mother tongue Flemish in 1945:

“Anyone who claims that primitive peoples possess no system of thought, excludes them thereby from the category of human beings. Every day we notice that these people are by no means just children afflicted with a bizarre imagination”. [p.16]

Tempels fought against the idea, held by many Europeans, including missionaries, that Africans were like immature children, because their way of thinking was different from that of Europeans. Fr. Tempels defence of African thinking met a lot of opposition, even from his own Franciscan brothers, who thought that he had gone too far in his appreciation of African thinking.

How did Fr. Tempels describe the thinking of the Baluba?

  • First there is a belief that all beings – human, animal, vegetable or mineral – have or are forces; and that there is a constant interaction between them.
  • This interaction, which is passive and needs to be activated, unites all beings.
  • Human beings alone, by virtue of their intelligence, are able to do this. They can determine the result of the interaction, which can be either good, as in the case of protective medicine, or evil, as in the case of killing by magic. Morally bad act create disorder in the relations of forces.
  • Among the created beings, the human being stands in the centre. This includes the dead with whom the living maintain a constant relationship.
  • The inferior forces have been created by God in order to help human beings to increase their forces.
  • Wisdom then means the knowledge of these forces and of their effects.
  • The Bantu’s human behaviour is guided by their knowledge of being as force.

Fr. Tempels claimed that not only the Baluba in the Congo, but all Bantu are guided in their activities by this philosophy, of which we have only given some major points.

[To be continued] — Fr. Fritz Stenger

Karibu Africa!

Karibu Africa!

Welcome to Africa!

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African Philosophy I

The time has come to take ourselves seriously

There was a time when European philosophers were convinced that the way in which they perceived the reality was the only true one. When the first travellers and explorers came to Africa, they noticed that the people were different from the Europeans in many ways. Not only in their skin colour, but also in the way they dealt with life. This led European philosophers like G. F. Hegel to believe that Africans were not able to think logically.

How did he come to this conclusion? He argued that culture was a manifestation of ther human mind. European explorers, who returned from Africa, maintained that Africans had no culture, because what they saw in africa, did not correspond to European culture. Basing himself on this wrong information, the philosopher Hegel, who never went to Africa, argued that, as a consequence, Africans had no reason, no religion and no history. He thought that they lived in a state of natural innocence, unconscious of themselves. Hegel lived in Germany from 1770 to 1831, and therefore might be forgiven for his views on Africa, because he did not have much information about the continent.

At the beginning of last century, a strong defender of Hegel’s ideas with regards to Africa was the French anthropologist L. Levi-Bruhl. He spoke of the ‘pre-logical’ mind of the Africans, similar to the mind of small children. He divided human societies into two types: the civilised [Europe] and the primitive [Africa]; or the healthy on one side, and the sick, savage and inferior on the other. Later on, the alleged cultural superiority of Europe and the West served as justification for colonialism. Europe considered it as its moral duty to raise Africa and the Africans to the level of the West.

African Philosophy

Now let us turn to African philosophy. How old is it? What time span does it cover? We cannot give exact dates. There has always been an oral tradition of popular myths and proverbs, which express the collective wisdom of an ethnic group. African philosophy, however, is more than a critical understanding of popular myths, proverbs and customs: it is, in fact, a product of the modern age.

The introduction of writing played an important role, because writing helps us to pin down ideas, and makes them thus available for later use. The first one to write a book on Bantu Philosophy was not an African, but a Belgian missionary working in the Congo: the Franciscan Fr. Placid Tempels. Basing himself on his own observation, he wrote around 1930: “To declare that primitive peoples are completely lacking in logic, is simply to turn one’s back on reality. Every day we are able to note that primitive peoples are by no means just children afflicted with a bizarre imagination”. Full of sympathy for the Bantu, but in a somewhat patronising way, Tempels wrote for European readers and missionaries. His famous book, Bantu Philosophy, was a kind of guide to understand the Bantu soul. He explained that for the Bantu, all beings – human, animal, vegetable, and inanimate – have their ‘vital force’. Among the created beings, the human being stands in the centre. Human beings include the dead with whom the living maintain a constant relationship. God has created the inferior forces in order to help the humans to increase their force, for example by eating the meat of animals.

Tempels wanted to show that it was wrong to think of Africans as uncivilised and primitive, that their behaviour was guided not by the absence of logic, but by the use of a complex logic, which differed from Western logic. Who, after all, has the right to believe that one’s own way of thinking is the only right way? Unfortunately, this was the attitude of the West for centuries.

African philosophers today make great efforts to liberate Africa intellectually from the West and to stand on her own feet. Gone are the days when African philosophy was seen just as an inferior form of European philosophy. The Kenyan philosopher D. A. Masolo, who taught at the University of Nairobi, writes in his recent book, African Philosophy in Search of Identity, that the debate on African philosophy today is the African response to the Western discourse on Africa, which means the distorted image that the West has created of Africa. Unfortunately, even many educated Africans have adopted this view of Africa as a primitive and uncivilised continent. They often look at their African mother tongue as inferior, and prefer to speak English or French.

African philosophers of today, like D.A. Masolo and P. Hountondji, from Benin, K. Appiah from Ghana, T. Serequeberhan from Ethiopia, and especially V.Y. Mudimbe from the Congo, to name but a few, are united in their struggle for a search of a true identity, which will of course vary according to the different cultures and traditions. It is a struggle quite similar to the struggle for political independence of Jomo Kenyatta, Kwame Nkrumah, Leopold Senghor and Julius Nyerere. African philosophy, which originated as a response to the distorted Western representation of Africa, no longer feels the need to try to assert itself in the face of the powerful European system of thought. As Hountondji says, “the time has come to take ourselves seriously”. Indeed! This struggle of ideas will hopefully put to rest the idea of Africa as one of the ‘primitive sisters’ of Europe.

Fritz Stenger, M.Afr.

The Power of Symbols in African Culture

Symbols and Signs

We come across symbols or symbolic actions wherever we are. Often we are not even aware of it, and sometimes we are unable to understand or to interpret certain symbols, because we are not familiar with their meaning. Let us take the symbol of the cross, the meaning of which is very familiar for Christians, but not necessarily for Hindus or Moslems. They have their own symbols. But even for Christians, the symbol of the cross may take on various meanings. This shows us that symbols are by nature open for various interpretations.

A symbol is not identical with the object that it symbolises, because it is not like a photograph that reproduces an object accurately. The purpose of a symbol is rather to illuminate it. If a symbol is to work effectively, it has to be simplified and sharpened to a degree that reduces it to something like a sketch-map of the reality to which it is intended to serve as a guide. A symbol opens the door into a larger world. It goes beyond that what is visible and tangible. It opens the door especially to the world of mystery.

Signs, on the other hand, for example traffic signs, are not open to interpretation, but have a precise meaning: When the traffic light is red, it means that you must stop until it changes to green. A sign needs to be precise and unmistakable.

Symbols say more than words

In every department of human life, symbolic expression is the way to creative freedom. The symbol stands for openness, for pointing towards alternative possibilities, for readiness to experiment in the hope of gaining a fuller understanding of reality. Symbols are often used when words are unable to express complex realities: a deep feeling of love for a person may be expressed by giving that person a red rose. The unfathomable mystery of God is sometimes symbolised by a triangle, which has no beginning and no end. Symbols are also historical. It means they can become out of date or empty, like the wedding rings of a divorced couple.

Religious symbols

Religions make use of many symbolic actions and gestures in order to express their relationship to God: Catholics genuflect in church and Moslems bow or prostrate to show their submission to Allah. Symbols have the power to connect us to something greater than ourselves, to the unknown or ultimate. Man’s ultimate concern can only be expressed symbolically, because symbols can say more than words. In this sense, a symbol is a powerful instrument to extend our vision, to stimulate our imagination and to deepen our understanding. Without symbols, we are unable to arrive at the truth. Words alone cannot express the whole reality. People in the Western world who are influenced by an unconscious materialism, often equate reality with physical, measurable reality, whereas Africans can often see the symbolic meaning of things and events, because they are convinced that reality is more than what can be seen and measured. They are often able to see a symbolic or spiritual meaning in events like sickness, death and disasters.

The symbol has a long-established relationship with myth, which are sacred stories that define the human condition and man’s relation to the sacred or holy. Often containing a collection of symbolic forms, actions, expressions, and objects, myths describe gods, demons, human beings, animals, plants, and material objects that are themselves bearers of symbolical meanings and intentions.

In some parts of West Africa, for example, a judge might preside over criminal trials while wearing a mask to symbolize his power.

White masks among the Fang are associated with death or spirits. This type of mask is worn by members of the ngil society, who are charged with finding and punishing wrongdoers.

A Powerful Symbol: The Golden Stool of the Asante in Ghana

The enormous power of symbols can be seen in African culture. The Asante in the north of Ghana have always considered the Golden Stool more important than all the Asante put together, including the king himself, because it has always been seen as a symbol of unity among the Asante. It was in fact the symbolic power of the Golden Stool that created the Asante nation. The story goes back to the 17th century when there was no Asante kingdom. At that time there were several independent chiefdoms scattered all over what is currently the Ashanti Region of Ghana. They all owed allegiance to the chief of Denkyira, who collected gold and wives from them. The chief of Kumasi, Osei Tutu, decided to put an end to this insult and tyranny. He created the Golden Stool and convinced everybody that he had conjured it from heaven. He asked all the chiefs to give him clippings of their finger and toenails and also a bit of their hair. With this, he made a concoction and smeared the stool with it. He told the chiefs that they were, from then on, one nation with one soul contained in the stool. Throughout the history, the Golden Stool had established itself as the force of unity and power. Today the Golden Stool is housed in the Asante royal palace in Kumasi. The stool never touches the ground; it rests on its own platform or on animal skins. No one is ever allowed to sit on it. When the Asante king is inaugurated, he is lowered over the stool three times without touching it. The Asante are proud that although the British conquered their nation, they never surrendered the stool.

Kwanzaa in the USA

The need for a symbolic expression of their identity as Afro-Americans in the USA is demonstrated in the recently introduced feast of “Kwanzaa”, an African American holiday that celebrates family, community, and culture. It is a seven-day holiday that begins on December 26 and continues through January 1. The name of the holiday comes from the Swahili words matunda ya kwanza, which mean “first fruits.” The holiday’s roots are in harvest celebrations that are recorded from the earliest periods of African history. At each evening meal during Kwanzaa, family members light one of seven candles to focus on the principles in a ritual called “lifting up the light that lasts.” This lifting up means upholding the Nguzo Saba and all the other life-affirming and enduring principles that reaffirm the good of life, enrich human relations, and support human flourishing. In addition to the mishumaa saba (seven candles), the other basic symbols of Kwanzaa are the mazao (crops), symbolic of African harvest celebrations and of the rewards of productive and collective labor; the mkeka (mat), symbolic of tradition and history and therefore the foundation on which to build; the kinara (candleholder), symbolic of ancestral roots and the parent people, or continental Africans; muhindi (maize), symbolic of children and the future of African people that they embody; the kikombe cha umoja (unity cup), symbolic of the foundational principle and practice of unity that makes all else possible; and zawadi (gifts), symbolic of the labor and love of parents and of the commitments made and kept by children. There are also two supplemental symbols: a representation of the Nguzo Saba and the bendera (flag), which contains the colors black, red, and green. These colors are symbolic, respectively, of African people, their struggle, and the promise and future that come from their struggle. A central and culminating event of the holiday is the gathering of the community on December 31 for an African karamu (feast). The karamu features libation and other ceremonies that honor ancestors, narratives, poetry, music, dance, and other performances to celebrate the goodness of life, relationships, and cultural grounding.

Kwanzaa ends January 1 with the Siku ya Taamuli (Day of Meditation), which is dedicated to sober self-assessment and recommitment to the Nguzo Saba and all other African values that reaffirm commitment to the dignity and rights of the human person, the well-being of family and community, the integrity and value of the environment, and the reciprocal solidarity and common interests of humanity. One way that persons conduct this self-assessment is to ask themselves three questions: Who am I? Am I really who I am? Am I all I ought to be? In this way, they measure themselves in the mirror of the best of African culture and history and recommit themselves to standards and practices of human excellence that reflect and support those cultural ideals.

The Turkana in Uganda: Animals as Symbols of Wealth

Our whole life is governed by symbolic actions and gestures, which has strongly influenced our behavior and interaction with one another. The way we greet one another, for example, has deep symbolic meaning and differs from one ethnic group to another. For the Turkana people in Northern Uganda, animals are symbols of wealth. A person without livestock, no matter what other property he has, is poor. Their daily lives are filled with symbolic actions: They have at least ten verbs for cutting ears of humans and animals. This practice is also found among other East African desert nomads, such as the Masaai. When a child dies, its successor has the tip of its right ear cut off. The action prevents the death of other children in the family. To cut symbolizes to separate, and in this case the separation is from death. When a man is buried, his head faces eastwards and towards the rising sun, which is a symbol of life.

Our ultimate concern and our deepest mysteries can only be expressed symbolically, because symbols alone are able to express the ultimate.

Fritz Stenger, Nairobi

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